Heft 12 vom 09.06.1994 6/12 scan 2026-07-31

Nur die FGL stimmt im Gemeinderat dagegen

Verkaufsoffener Sonntag


Verkaufsoffener Sonntag

Nur die FGL stimmt im Gemeinderat dagegen

Eine ganz große Koalition machte im Konstanzer Gemeinderat am 26. Mai Front gegen die Beschäftigten des Einzelhandels. In einer eigens zu diesem Zweck einberufenen, außerordentlichen Gemeinderatssitzung genehmigten die Fraktionen von CDU, FDP, Freien Wählern, der SPD und den Republikanern den ersten verkaufsoffenen Sonntag am 29. Mai aus Anlaß der Einweihung der Regionalbahn „Seehas“. Lediglich die Freie Grüne Liste stimmte gegen den Antrag, der auf einen Vorschlag des Konstanzer „Treffpunkt“, eines Interessenverbandes der Konstanzer Einzelhandelsbesitzer zurückgeht. Der „Treffpunkt“ übernahm die Idee aus Singen, wo Ladenbesitzer ebenfalls an diesem Sonntag ihre Läden öffnen durften. Mit den Grünen stimmte übrigens noch der ehemalige Kreisgeschäftsführer der ÖTV, Rudolf Gerspacher (CDU). Die Befürworter nannten den Sonntagsverkauf eine „einmalige Gelegenheit, Konstanz als Einkaufsstadt präsentieren zu können“, eine Meinung, der sich trotz Gewerkschaftsprotesten auch SPD-Fraktionschef Leipold anschloß („Wir sehen die Chance der Verkaufsförderung in Konstanz“). Daß Bürgerblock und SPD dabei lautstark bestritten, mit der Zustimmung zum Sonntagsverkauf einen Präzedenzfall geschaffen zu haben, legt eher das Gegenteil nah: Selbstverständlich ist hier ein erstes Loch gerissen worden, sind die Bedingungen für die weitere Aushöhlung des Verkaufsverbots am Sonntag besser geworden. Die FGL schloß sich in ihrer Ablehnung des verkaufsoffenen Sonntags explizit den Bedenken der Gewerkschaft HBV an. — (jüg)

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