Stadt Konstanz nötigte Beschäftigte
ÖTV protestiert
Stadt Konstanz nötigte Beschäftigte
Konstanz. Die Konstanzer ÖTV hat die Stadtverwaltung im Zusammenhang mit der Privatisierung der öffentlichen Toiletteneinrichtungen scharf kritisiert. Den in diesen Einrichtungen bisher beschäftigen sechs Putzfrauen habe die Verwaltung gekündigt und sie anschließend mit neuen, schlechteren Arbeitsverträgen wieder eingestellt. Die Frauen hätten eine Arbeitszeit- und Lohnkürzung von 25% in Kauf nehmen müssen. Dies sei, so der ÖTV-Sekretär Berthold Maier, eine „in ihrer sozialen Kälte selten dagewesene Unsinnstag.“ Maier beschuldigte die Stadt, sie habe die sechs Frauen in Einzelgesprächen genötigt, die schlechteren Verträge zu unterschreiben. Maier lehnte die Privatisierung ab: Da Private Gewinne erzielen wollten, würden die Toiletten künftig seltener und schlechter geputzt. Außerdem sei zu befürchten, daß die private Reinigungsfirma ihre Beschäftigten schlechter bezahle oder gleich mit 560-DM-Verträgen abspeise — unterhalb der Versicherungspflichtgrenze. Quelle: „Südkurier", 25.5.94— (red)