Seehas — für Gailingen keine Vorteile!
Nahverkehr in der Region
Seehas — für Gailingen keine Vorteile!
Viel Wirbel wurde um die Einführung der neuen S-Bahn im Landkreis Konstanz gemacht, doch wenn man die neuen Fahrpläne der Region studiert, fallt einem schnell auf, daß diese Neuerung z.B. für die Hochrheingemeinden nichts bringt.
Zwar wurden die SBG-Linienbusse im Takt auf Anschluß an den „Seehas“ eingestellt, aber nach wie vor kommt man zu bestimmten Zeiten weder hin noch weg. Da der Ort Gailingen geprägt ist von zwei Reha-Einrichtungen und drei Altenheimen und zusätzlich ein Erholungsort sein will, wäre eine bessere Anbindung an Singen durchaus erstrebenswert. Die Dienstzeiten in den Gailinger Einrichtungen beginnen um 6 Uhr und enden um 22 Uhr, und das auch am Wochenende. Da aber dann die Busse erst gegen 8 Uhr dort eintreffen und der letzte jeweils schon um 20 Uhr Richtung Singen abfahrt, sind Pflegekräfte und Hauswirtschaftspersonal auf den eigenen PKW angewiesen.
Aber auch, wenn man sich am Wochenende jemand zum Abendessen einladen wollte, müßte der schon motorisiert sein!
Ist man nach Singen gefahren, um am kulturellen Leben teilzunehmen, muß man darauf achten, daß man die Rückfahrt rechtzeitig plant: Der letzte Bus nach Gailingen fährt alltags und sonntags um 22.20 Uhr, samstags jedoch schon um 19.05 Uhr. Außerdem gibt es Montags bis Samstags die Möglichkeit, sich für ein Sammeltaxi um 23.15 Uhr telefonisch rechtzeitig anzumelden. Da gelten aber sämtliche Ermäßigungen nicht. Man muß den vollen Buspreis hinlegen, -und „spart“ dann ja immerhin 35 DM gegenüber dem normalen Taxi-Preis!
Für die Bewohner der Grenzregion gibt es dann noch die Möglickeit mit der Schweizer Bundesbahn sich zwischen Konstanz und Schaffhausen zu bewegen. Im Zuge des Fortschritts ist mit dem neuen Fahrplan jetzt aber der letzte Anschluß nach Schaffhausen gestrichen worden, so daß damit auch die Möglichkeit entfallt, in Konstanz ins Kino zu gehen.
Es gibt sogar Pläne, die „Seelinie“ Schaffhausen — Rohrschach noch weiter einzuschränken, wogegen die Gemeinden entlang der Bahnlinie eine Interessengemeinschaft gegründet haben. Auch der Engener Gemeinderat fordert einen erweiterten S-Bahn-Fahrplan, weil der letzte Zug zu früh fahrt, so daß auch die Engener nicht in Konstanz an kulturellen Veranstaltungen teilnehmen können. Da nützt denen der schöne bunte „Seehas“ auch nichts! Wenn schon mit Worten dafür geworben wird, vom Auto auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen, dann bitte sollen die Verkehrsmittel das aber auch möglich machen! - (tia)