Hungerstreik kurdischer Gefangener in der BRD
Hungerstreik kurdischer Gefangener in der BRD
Seit dem 10. August befinden sich in den Knästen der BRD kurdische Gefangene im Hungerstreik. Sic fordern damit,
- daß die militärische, politische und wirtschaftliche Unterstützung, die die Bundesregierung dem türkischen Staat beim Völkermord gegen die kurdische Bevölkerung gewährt, sofort eingestellt wird
- daß die Verbote der kurdischen Organisationen in der BRD sofort aufgehoben werden
- Schluß mit der Diskriminierung der in der BRD lebenden Kurdinnen und Kurden!
- Keine Abschiebung in den Folterstaat Türkei!
- Schluß mit den Massakern in Kurdistan!
Einige hundert kurdische Gefangene befinden sich zur Zeit in bundesdeutschen Knästen, die Mehrzahl von ihnen beteiligt sich an dem Hungerstreik. In Stuttgart-Stammheim sind drei Kurden im Hungerstreik, in Heimsheim zwölf. Um den Streik unserer kurdischen Freunde zu unterstützen rufen wir - einige Gruppen aus Stuttgart und Karlsruhe zu den folgenden Knastkundgebungen auf:
Kwodgeboog, Samstag, 3. September, 11 Uhr Knast Heimsheim (in der Nähe der Autobahnausfahrt Heimsheim an der A 8 zwischen Pforzheim und Stuttgart)
An die Medien und die Öffentlichkeit
Der kolonialfaschistische türkische Staat fuhrt in Kurdistan einen schmutzigen Krieg, den er tagtäglich verschärft, indem er die kurdischen Berge bombardiert, die kurdischen Dörfer entvölkert und niederbrennt. Die Patrioten, Demokraten und Revolutionäre werden hinterrücks von der Kontra erschossen. Die Fotos, die am 8. August in Özgür Ülke auf der ersten Seite veröffentlicht wurden, sind ein Beispiel für die Taten des türkischen Staates in Kurdistan. Dieser schmutzige Krieg wird durch die deutsche Regierung auf allen Ebenen unterstützt. Die meiste Waffen, die dort eingesetzt werden, sind deutsche Waffen. Die deutsche Regierung schweigt gegenüber dem Staatsterror in Nordkurdistan, der in letzter Zeit bis zur Errichtung von Internierungslagern führte.
Damit nicht genug, die deutsche Regierung hat auch in Deutschland einen Spezialkrieg gegen Kurden und den kurdischen Befreiungskampf begonnen. Antidemokratische Maßnahmen gegen das kurdische Volk in Deutschland verschärfen sich zunehmend. So werden mit Spezialteams (GSG-9) Wohnungen überfallen, Menschen werden festgenommen, gegen legale Einrichtungen werden unter lächerlichen Vorwänden regelrechte Operationen durchgeführt. Die deutsche Regierung muß wissen, daß sie weder durch solche Einschüchterungsmethoden noch durch das Anwerben von Kurden zu Spitzeltätigkeiten das Kurdische Volk zum Schweigen bringen kann. Gegen die kurdischen Nationalfarben wird eine heftige Feindschaft entwickelt. Kulturelle Veranstaltungen werden behindert. Diese Entwicklung hat sich bis zu der willkürlichen Erschießung von Halim Dener fortgesetzt.
Die deutsche Politik akzeptiert nicht, daß sich die kurdische Bevölkerung hinter ihrer nationalen Führung zusammenschließt. Die deutsche Regierung trachtet in ihrer Zusammenarbeit mit der türkischen Regierung danach, das kurdische Volk aus der Geschichte zu tilgen und es zu vernichten. In der Vergangenheit haben sie mit ihrer Zusammenarbeit das armenische Volk vernichtet. Auf die gleiche Weise wollen sie heute den Kampf des kurdischen Volkes für Demokratie und Freiheit ersticken. Das kurdische Volk ist sich jetzt seiner Lage bewußt und kämpft auf einer gerechten Basis und mit großer Kraft. Die deutsche Regierung gibt der faschistischen türkischen Regierung nicht nur militärische Unterstützung. Auf wirtschaftlicher, politischer und diplomatischer Ebene finanziert und unterstützt sie den schmutzigen Krieg in Kurdistan auf verschiedene Weise. Demgegenüber zu Schweigen bedeutet, vor der Vernichtung des kurdischen Volkes die Augen zu schließen und dem Spezialkrieg der sich als Friedensapostel darstellenden deutschen Regierung zuzustimmen.
Wir protestieren gegen den Krieg der türkischen Regierung und die Vernichtungspolitik der deutschen Regierung. Aus diesem Grund beginnen wir in deutschen Gefängnissen inhaftierte Kurdinnen und Kurden am 10. August 1994 einen unbefristeten Hungerstreik.
Die deutsche Regierung sollte, anstatt den schmutzigen Krieg zu unterstützen, die nationalen und demokratischen Forderungen des kurdischen Volkes, auch im Interesse der deutschen Nation, auf internationaler Ebene initiativ zum Ausdruck bringen.
Wir rufen die deutsche Öffentlichkeit dazu auf, unsere Aktion zu unterstützen.
Patriotische kurdische Gefangene in deutschen Gefängnissen
Kurdistan-Solidaritätsgruppen aus Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart Hrsg: Kurdistan Komitee Karlsruhe, c/o GNN-Verlag. Postfach 2748,76014 Karlsruhe