Heft 18 vom 01.09.1994 6/18 scan 2026-07-31

Exil und Widerstand am Grenzzaun

Regionalgeschichte


Regionalgeschichte

Exil und Widerstand am Grenzzaun

Der Historiker Hermann Wiehern, Autor des Buches „Im Kampf gegen Hitler — Deutsche Sozialisten im Schweizer Exil 1933-1940", referiert am 13. September In der Infokneipe über antifaschistischen Widerstand in der Region.

Mit den Namen von Ernst Bärtschi oder Pauline Gutjahr verbinden viele Konstanzerinnen meist nur Straßen. Beide gehörten zu einer Gruppe von Antifaschistinnen aus der Sozialdemokratie und der Gewerkschaftsbewegung. Sie organisierten einerseits Flucht und Exil von Genossinnen, schmuggelten aber auch verbotene Schriften nach Deutschland und organisierten Widerstand bis in den Raum Schwenningen und Frankfurt. 1938 wurden viele von ihnen verhaftet; materielle Entschädigung für erlittenes Unrecht in Ernst Bärtschi deutschen Gefängnissen und KZs unterblieb weitgehend und die öffentliche Anerkennung für ihren politischen Widerstand blieb bis heute unzureichend.

Weitere Beispiele des Widerstands aus der Region (Singen/ Schaffhausen) sollen zeigen, wie Kommunistinnen und Sozialistinnen aus politischer Überzeugung in Ihrem Alltag dem Faschismus widerstanden.

Gerade in einer Zeit, in der versucht wird, dem linken Widerstand gegen den Faschismus erneut die Anerkennung zu verweigern und seine politische und moralische Begründung anzuzweifeln, erscheint es wichtig, sich mit den Taten und Motiven der wenigen Menschen auseinanderzusetzen, die ein Beispiel gaben, das dem Mythos von der Unangreifbarkeit des Faschismus und der Unmöglichkeit von Widerstand in der faschistischen Diktatur widerspricht. — (infokneipe)

Linksrhein ist ein Dienst von Christof Mainberger in Konstanz und erhebt keine personenbezogenen Daten.