Otto Köhler spricht über die Treuhand
Otto Köhler spricht über die Treuhand
Unter dem Titel „Die Enteignung — Wie die Treuhand eine Volkswirtschaft liquidierte“ zieht Otto Köhler in seinem neuen Buch eine Bilanz des Wirkens der Treuhand im Anschlußgebiet der ehemaligen DDR. Unter dem gleichen Titel lädt die Infokneipe in Zusammenarbeit mit dem Buchladen zur Schwarzen Geiß und mit dem DGB-Ortskartell für den 20. September ein. In ihrer Ankündigung schreiben sie:
Als die Treuhand am 15. März 1990 gegründet wurde, um die Rechte und das Eigentum der Bürger der damals noch nicht ehemaligen DDR zu sichern, vermeldete die FAZ: „Das volkseigene Industrievermögen der DDR wird auf 650 Milliarden Mark geschätzt.“ Die Bilanz der Treuhand im Juli dieses Jahres weist nach vier Jahren statt eines stattlichen Zuwachses dieses Kapitals 270 Milliarden Mark Schulden aus. Kein Grund für den Südkurier-Kommentator Winfried Müller, sich über diese Zahl zu wundern. Seiner Ansicht nach ist diese Zahl vielmehr Ausdruck der Hypothek, die Deutschland übernommen hat, um den wirtschaftlichen Scherbenhaufen des kommunistischen Systems im Osten des Landes aufzuräumen und zu beseitigen.
Otto Köhler verfolgt in seinem neuen Buch die Spur dieser Billion Mark, die verschwunden ist, seit die Wessis die Treuhand übernahmen. Er fragt nach, wie es um den „Schrott“ bestellt war, den die Ossis angeblich den Wessis hinterlassen haben. Er zeigt an vielen konkreten Beispielen auf, mit welchen Interessen westdeutsche Großkonzerne ihre Manager in den Verwaltungsrat der Treuhand entsandten. Und er berichtet davon, wie die Treuhand ihre verheerende Praxis jeder politischen Kontrolle entzogen hat und quasi zur Überregierung wurde, die den Staat nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch beherrscht.