Jetzt nach Ravensburg
Dr. Winzer-Pharma
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Die Augentropfen, die bisher bei der Dr. Winzer-Pharma in Konstanz produziert wurden, werden in Zukunft doch nicht in Magdeburg, sondern bei der Firma Vetter in Ravensburg hergestellt. Die Entwicklungsabteilung kommt nach Langenargen. Das teilte die Geschäftsleitung dem Betriebsrat mit. Für die IG Chemie ergibt sich daraus die Frage, ob es sich bei dem Übergang der Dr. Winzer-Pharma in die Firma Vetter überhaupt um eine Betriebsschließung handelt. Nachdem sämtliche Produktionsanlagen von dem Ravensburger Betrieb übernommen werden, ist es wohl eher ein Betriebsübergang.
Und bei einem solchen dürfen die Arbeitsverträge mit den Beschäftigten nicht gekündigt werden. Und, wie der Betriebsrat der Dr. Winzer-Pharma sagt, haben einige Leute durchaus Interesse daran, in Zukunft in Ravensburg zu arbeiten. Um diese Kündigungen streitet sich die Besitzerin der Dr. WinzerPharma, die OPHT-Hexal, immer noch in unsinnigen Prozessen vor Gericht.
Nachdem das Arbeitsgericht Radolfzell die Kündigung der Beschäftigten als „Trotzkündigungen“ verworfen hat, ging die OPHT-Hexal in Berufung vor das Landesarbeitsgericht in Freiburg — auch wegen der ebenfalls vom Arbeitsgericht angeordneten Einigungsstelle hat die Geschäftsleitung Berufung eingelegt. Dabei gibt die Geschäftsleitung Behauptungen von sich, von denen Rechtsanwalt Matthias Scharlipp sagt, daß sie schon an Prozeßbetrug grenzen. Inzwischen hat die Geschäftsleitung einen Sozialplan für die Entlassenen vorgelegt, von dem bei Redaktionschluß allerdings noch nicht bekannt war, ob der Betriebsrat diesem zustimmt. — (db)