Keine Brandstifter in den Bundestag
Keine Brandstifter in den Bundestag
Stuttgart. „Wahlrecht und Antidiskriminierungsgesetz als Beiträge zur Integration“, so lautete das Thema des vierten landesweiten Ratschlags gegen Rassismus und Gewalt am 10. September.
Arzu Toker, Autorin, Journalistin und Mitglied von Media Watch aus Köln, referierte sehr eindrucksvoll zum Thema „In Südafrika dürfen jetzt alle wählen, in Deutschland noch nicht. — Warum werden bei uns Menschen diskriminiert?“ Sie zeigte dabei unter anderem zum Vergleich die Situation in an deren europäischen Ländern auf (mit Schwerpunkt Skandinavien) und wies darauf hin, daß Deutschland das einzige europäische Land ist, das am „jus sanguinis", dem (Staatsbürger-) Recht des Blutes festhält. Allen anderen europäischen Länder haben das Recht des Bodens (jus soll), Staatsbürgerschaft nach Geburtsort. Arzu Toker plädierte zudem mit Nachdruck dafür, sich für ein Antidiskriminierungsgesetz einzusetzen.
Schade, daß bei so einem kompetenten Vortrag die Teilnehmerinnenzahl verhältnismäßig gering war (ca. 25 Menschen).
Nachmittags stand die Beratung zur landesweiten Aktion vor der Bundestagswahl auf der Tagesordnung. Die Demonstration soll am 8. Oktober um 11 Uhr in Stuttgart am Karlsplatz beginnen. Besondere Aktionsform: eine Blumenspur zur Ausländerbehörde und zur (1938 abgebrannten) Synagoge — deshalb bitte alle Blumen mitbringen.
Weiteres siehe auch nebenstehendes Plakat, das ebenso wie Flugblätter bei der Koordination der Initiativen und Verbände gegen Rassismus und Gewalt (Tel.: 0711/ 2155178) oder der WN-BdA, Landesgeschäftsstelle (Tel: 0711/603237) erhältlich ist (cas)