Protest gegen Castor-Transport
Atomgegner zu Besuch in der EVS-Zentrale
Protest gegen Castor-Transport
Mit einem Besuch bei der Energieversorgung Schwaben AG (EVS) protestierten Atomgegner aus Stuttgart gegen den bevorstehenden Transport von hochradioaktivem Atommüll aus Philippsburg ins niedersächsische Gorleben.
In den gediegenen Konferenzraum in der Kriegsbergstraße hatten sie bunte Transparente mitgebracht, zum Abschied bekam der Vorstandsvorsitzende Wilfried Steuer noch jede Menge grellgelbe Päckchen überreicht, die den Tag für Tag anfallenden radoaktiven Abfall symbolisieren sollten. Die EVS ist mit 50 % am Atomkraftwerk Philippsburg beteiligt, aus dem nach fünf vergeblichen Versuchen nun erstmals ein Castor-Behälter ins seit elf Jahren leerstehende Zwischenlager in Gorleben geschafft werden soll. Es handelt sich eindeutig um einen „politischen“ Transport, mit dem für einen künftigen „Energiekonsens“ vollendete Tatsachen geschaffen werden sollen, denn im kraftwerksinternen Kompaktlager in Philippsburg ist über Jahre hinweg noch genügend Platz frei. Die Vertreter von Aktion Strom ohne Atomkraft, Mütter gegen Atomkraft und der Tübinger Aktionsinitiative gegen Atomanlagen forderten den EVS-Chef auf, den Transport aufzugeben und schnellstmöglichst aus der Atomenergie auszusteigen. Steuer dagegen fühlte sich „voll auf dem Boden des Rechts“. Und erwies sich ganz nebenbei (auf den Feiertag anspielend, an dem das Gespräch stattfand) als sattelfester Katholik: „Uns wär’s am liebsten gewesen, an Mariä Geburt wär’ der Castor schon fort“. — (Aktion Strom ohne Atom)