Presseerklärung von TAJKund YEK-KOM
Presseerklärung von TAJKund YEK-KOM
Unter dem Motto „Für ein friedliches Kurdistan und gegen den schmutzigen Krieg des türkischen Staates“ haben die legalen Organisationen Internationales Frauenzentrum Köln e. V. und YEKKOM (Förderation kurdischer Vereine in Deutschland) einen langen Marsch von Mannheim bis zum Sitz des Europarates nach Straßburg organisiert.
Am gestrigen Tag (Montag, 26. September) versammelten sich gegen 11 Uhr 400 Personen, darunter 300 kurdische Frauen, am angekündigten Auftaktort des Marsches am Paradeplatz in Mannheim. Nachdem die Frauen mit ihrem Demonstrationszug gegen 13 Uhr begannen, kam es zum Angriff der Polizei. Die Frauen versuchten, sich in geschlossenen Ketten vor den Angriffen der Polizei zu schützen. Mit jeder Art polizeilicher Ausrüstung, mit Wasserwerfern, Schlagstöcken und Polizeihunden wurden die Frauen auseinandergerissen. Hierbei wurden mehrere Frauen, darunter auch Schwangere, zum Teil schwer verletzt und 330 Personen (200 Frauen und 130 Männer) festgenommen.
Mit dieser Haltung hat die Bundesregierung neben ihrer in letzter Zeit offen ausgeführten militärischen Unterstützung für die Türkei auch direkte und aktive Hilfe auf dem Boden der Bundesrepublik geleistet. Der Völkermord in Kurdistan ist jetzt nicht mehr nur das Werk des türkischen Staates. (...) Den in Deutschland lebenden Kurden hat die Bundesregierung durch polizeiliche Repressionen die Rede-, Versammlungs- und Organisationsfreiheit genommen. Weder politische noch kulturelle Entfaltung ist den Kurden gestattet, wie auch das Verbot des 3. Internationalen Kurdistanfestivals in Hannover zeigt. (...) Der Marsch kurdischer Frauen hatte lediglich das Ziel, auf den Krieg in Kurdistan aufmerksam zu machen, die europäische Öffentlichkeit zur Solidarität aufzurufen und den türkischen Staat auf Grund seines Vernichtungskrieges vor dem Europarat auf die Anklagebank zu bringen.
Mit aller Deutlichkeit zeigen die deutschen Medien (. . ,),daß sie auf der Seite des Vernichtungskrieges stehen und die deutsche Politik in dieser Frage legitimieren. (...) Die kurdischen Frauen verurteilen dieses brutale Vorgehen der deutschen Behörden und rufen alle nationalen und internationalen Organisationen, Menschenrechtsvereine und Parteien dazu auf, Position gegenüber der Kriminalisierungs- und Repressionspolitik zu beziehen. Freie Frauenbewegung Kurdistans TAJK; Förderation kurdischer Vereine in Deutschland, 27. September 1994