Heft 20 vom 29.09.1994 6/20 scan 2026-07-31

Nach-Ermittlungen

Film über verdeckte Ermittler


Film über verdeckte Ermittler

Nach-Ermittlungen

Ein Film über den Einsatz von verdeckten Ermittlern in der Tübinger Linken (querblick, 1994, ca. 40 min) am Dienstag, 11. Oktober in der Infokneipe.

Der Film dokumentiert den Einsatz zweier verdeckter Ermittler und die Konsequenzen für die Bespitzelten. Nach dem eine Frau aus linken Zusammenhängen von einem der LKA-Beamten im Sommer 1992 schwanger war, enttarnte sich der Polizist. Das LKA zog ihn, seinen Kollegen in Tübingen und zwei verdeckte Ermittler in Freiburg zurück, nachdem sie eineinhalb Jahre im Einsatz waren. Es wird dokumentiert, wie die verdeckten Polizisten arbeiteten. Vom Nicaragua-Verein der Evangelischen Studentinnengemeinde bis zum Infocafé erstellten sie Protokolle bis hin zu Persönlichkeitsstudien. Bei der Prozeßkostenhilfegruppe Profan leitete einer der Beamten gar eine Veranstaltung zur Aussageverweigerung. Den Film zeichnet besonders aus, daß die „Querblickerinnen“ in jeder Produktionsphase, von der Recherche bis zum Schnitt, sehr eng mit den bespitzelten Gruppen zusammenarbeiteten. So ist ein Dokument entstanden, welches gerade das Gegenteil der Revolverstory-Mentalität „das Mädchen und der Bulle“ darstellt, wie Medien oft mit diesem Thema umgegangen sind. Der Film soll vielmehr Hilfe sein, sich mit dem Problem Spitzel und Geheimpolizei auseinanderzusetzen und durch die Erfahrungen der Tübinger Leute einen konstruktiven Umgang damit zu finden. Bei der Diskussion nach der Vorführung werden die Autorinnen des Films und Leute aus Tübingen anwesend sein.

Linksrhein ist ein Dienst von Christof Mainberger in Konstanz und erhebt keine personenbezogenen Daten.