Heft 21 vom 13.10.1994 6/21 scan 2026-07-31

Verurteilung in Augsburg



Verurteilung in Augsburg

Vor dem Augsburger Landgericht wurde erneut ein Kurde im Zusammenhang mit den Protesten gegen das Verbot der Newrozfeier zu einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Dem Angeklagten, der bei seiner Festnahme schwer mißhandelt wurde, warf der Staatsanwalt vor, einen brennenden Knüppel auf Polizisten geworfen und sich der Festnahme widersetzt zu haben. Obwohl sich die beiden Polizisten, die einzig geladenen Zeugen des Geschehens, sowohl in örtlichen als auch zeitlichen Angaben erheblich widersprachen, hielt das Gericht an seinem Verurteilungswillen fest. Als gegeben sah der Staatsanwalt in diesem Prozeß erstmals zwei Behauptungen an, die in den vorausgegangenen Prozessen nicht bewiesen werden konnten: So sei das Newrozfest von der ERNK (mit der PKK verbotene kurdische Organisation) organisiert worden. Und die Blockaden seien geplant und über Funktelefone aus den Bussen heraus koordiniert worden. — (sts)

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