Erfolgreich zym Europarat in Straßburg
Kurdische Frauen
Erfolgreich zym Europarat in Straßburg
Am 1. Oktober erreichten die 200 bis 250 marschierenden kurdischen Frauen die deutsch-französische Grenze in Kehl. Dort ließen sie die französischen Behörden entgegen früherer Zusagen nicht über die Grenze. Die Kurdinnen bestanden auf ihrem Recht, vor dem Europarat ihre Forderungen vorzutragen.
Am Sonntag, 2. Oktober, demonstrierten auf französischer Seite des Grenzübergangs ab 13 Uhr rund 150 Kurdinnen und Kurden. Frankreich schloß die Grenze. Auf deutscher Seite standen die Kurdinnen und weitere rund 150 unterstützende Kurden wieder am Grenzübergang. Bundesgrenzschutz blockierte den Rheinübergang. Seitlich des Grenzübergangs setzten sich die kurdischen Frauen auf die Straße. Es begann eine über 22stündige Demonstration für die Rechte der kurdischen Frauen und des kurdischen Volkes, gegen den Völkermord und die deutsche Unterstützung des türkischen Militärs sowie für Solidarität mit der kurdischen Befreiungsbewegung PKK. Die Behörden in der Bundesrepublik setzten auf Zermürbung, sie hofften, die Frauen würden aufgeben. Es wurde ein Tag und eine lange und regnerische Nacht, in der gesungen, getanzt und immer wieder in Parolen das Recht des kurdischen Volkes auf menschenwürdiges Leben eingeklagt wurde. Deutsche oder französische Europaparlamentarier ließen sich nicht an der Grenze blicken, die zu den europäischen Menschenrechtsinstitutionen führt. Einzig eine Landtagsabgeordnete der Grünen aus Rheinland-Pfalz kam zur Unterstützung. Am Spätabend kamen Parlamentarier der in der Türkei verbotenen Demokratiepartei und unterstützten den kurdischen Frauenmarsches.
Am Montag, 3. Oktober, wollten die Frauen ab 9 Uhr Termine und Einladungen aus dem Europaparlament wahrnehmen. Die Grenze war aber immer noch geschlossen. In Frankreich demonstrierten mittlerweile 400 Kurden. Bundesgrenzschutz-, SEK- und GSGEinheiten marschierten auf, Wasserwerfer wurden auf den Übergang gefahren. Rund 1000 Beamte zogen auf. Erneute Verhandlungen mit deutschen und französischen Behörden brachten das Ergebnis: Alle Frauen mit gültigem Paß — ca. 130 — konnten mit Bussen zum Europarat. Dort wurden sie empfangen, um ihre Resolutionen und Eingaben vorzutragen. Die ganze Sitzungswoche des Europarates fanden Gespräche statt. Auf einer Pressekonferenz erklärten die Frauen:
„Zwei Tag mußten wir im Regen vor der Grenze stehen, um nach Straßburg zu kommen. Trotz aller Schwierigkeiten seit Mannheim: Die kurdischen Frauen haben bewiesen, sie sind eine Kraft.“ — (rub)