Anschlag auf Treffpunkt türkischer Arbeiter
Stockach
Anschlag auf Treffpunkt türkischer Arbeiter
Die rassistisch motivierten Übergriffe in der Region reißen nicht ab. Am 18. Oktober brannte ein erst kürzlich eingerichteter Aufenthaltsraum für türkische Arbeiterinnen und Arbeiter in Stockach. Das Feuer, das den Raum vollständig zerstörte, wurde nach Aussage der Polizei eindeutig gelegt. Untersuchungen eines Brandsachverständigen ergaben, daß sogenannte Brandbeschleuniger verwendet worden sind. Die Außenwände des Gebäudes im Stockacher Industriegebiet verschmierten der oder die Täter mit rassistischen Parolen („Ausländer raus“, „Kanacken“). Der Treffpunkt war erst zuvor 14 Tagen von einem Unternehmer zur Verfügung gestellt worden. Er diente Arbeiterinnen und Arbeitern aus der Türkei zu privaten Zusammenkünften. In den letzten Tagen hatten sich rund 15 Menschen dort abends fast täglich getroffen, so auch am Abend vor dem Anschlag. Um 22.15 Uhr hatten die letzten Besucher den Aufenthaltsraum verlassen, Wenig später brannte es. Bürgermeister Rainer Stolz hat den Arbeitern einen Ersatzraum versprochen. Die Konstanzer Staatsanwaltschaft setzte eine Belohnung in Höhe von 3000 DM für Hinweise zur Aufklärung aus. — (jüg)