Heft 23 vom 10.11.1994 6/23 scan 2026-07-31

PDS Konstanz zum Wahlergebnis



PDS Konstanz zum Wahlergebnis

Die Basisorganisation Konstanz der PDS hat auf ihrer ersten Mitgliederversammlung nach den Bundestagswahlen den Ausgang der Bundestagswahlen und dabei natürlich besonders das Abschneiden im Wahlkreis Konstanz beraten. Es herrschte dabei nicht nur große Zufriedenheit über das bundesweite Stimmergebnis von 4,4 Prozent und den Wiedereinzug der Partei in den Bundestag. Auch das Abstimmungsergebnis im hiesigen Wahlkreis wurde positiv bewertet.

Gegenüber 1990 konnte die PDS ihren Stimmanteil von 0,3 auf 0,9 Prozent verdreifachen, bei gestiegener Wahlbeteiligung. Auch der Vergleich mit den Europawahlen im Juni zeigt den Aufwärtstrend der Partei: von 595 auf 1271 stieg die Zahl der Wählerinnen und Wähler. In Konstanz, wo die Basisorganisation einen aktiven Wahlkampf geführt hatte, erreichte die PDS mit 600 Stimmen einen Anteil von immerhin 1,5 Prozent. Dieses Ergebnis ist um so erfreulicher, als vor den Wahlen (wie übrigens auch danach) eine ganz große Koalition aus allen Parteien und Medien Stimmung gegen die PDS gemacht hat.

Gerade deshalb betrachtet die Basisorganisation den Zuwachs der PDS — auch wenn sich dieser insgesamt immer noch auf bescheidenem Niveau bewegt — als wichtigen Anhaltspunkt dafür, daß eine sozialistische Partei gebraucht wird, auch in der hiesigen Region. Nichts zeigt die Notwendigkeit einer starken linken Kraft nach Auffassung der Basisorganisation deutlicher als der Horrorkatalog zur Destruktion des Systems der sozialen Sicherung, der aus Kreisen der Unternehmerverbände unmittelbar nach den Wahlen vorgelegt wurde.

Nach den Wahlen muß die PDS in den anstehenden sozialen und politischen Auseinandersetzungen jetzt beweisen, daß sic tatsächlich eine „Partei für den Alltag" ist. Die Konstanzer Basisorganisation wird versuchen, ihren Beitrag dafür zu leisten.

Linksrhein ist ein Dienst von Christof Mainberger in Konstanz und erhebt keine personenbezogenen Daten.