Satte Erhöhungen geplant Arbeitsgruppe eingerichtet
Bus-und Fährepreise
Satte Erhöhungen geplant Arbeitsgruppe eingerichtet
Einzelheiten der geplanten Bus- und Fährepreiserhöhungen sind jetzt bekanntgeworden. So soll laut Stadtwerke der Einzelfahrschein von 2,00 auf 2,20 DM angehoben werden, die Mehrfahrtenkarte wird sich künftig auf 1,66 statt auf 1,50 DM pro Fahrt belaufen (drei Fahrten ä 5,00 DM). Der Mehrfahrtenblock soll auf 1,53 DM pro Fahrt steigen (bisher 1,39) das Umweltticket klettert von 42 auf 48 DM, das gemeinsame Umweltticket für Bus und Fähre von 60 auf 66 DM.
Bei den Fähretarifen ein ähnliches Bild: Einzelfahrt plus 20 Pfennig auf 2,20 DM, Mehrfahrtenkarte 1,66 statt 1,50 pro Fahrt, Gruppenfahrten 1,70 pro Person statt bisher 1,50 und die Zeitkarten sollen um 11 Prozent steigen. Lediglich die Tarife für Fahrzeuge bleiben unangetastet.
Im Werksausschuß setzte Bürgermeister Hansen übrigens gleich noch eins drauf. Er gab bekannt, daß im Mai nächsten Jahres an noch einmal an der Gebührenschraube gedreht werden soll. Bis dahin soll nämlich ein kreisweiter Tarifverbund stehen, in den auch die private Südbadenbus-GmbH einbezogen werden soll, die vor Jahren schon den Busverkehr im Kreis von der Bundesbahn übernommen hat. Deren Preise, so Hansen, seien im Vergleich mit denen der Konstanzer Stadtwerke teurer, weil die Südbadenbus ihre Fahrzeuge nur „kostendeckend“ auf die Straße lasse. Fazit für den Bürgermeister: die Konstanzer Busse müssen dann auch nochmal teurer werden. Da sagt Hansen natürlich die Unwahrheit, denn das Privatunternehmen Südbadenbus arbeitet mitnichten kostendecken, es will Profite machen. Soll sich also künftig die Gestaltung der Bus- und Fährepreise des städtischen Eigenbetriebs Stadtwerke am Gesichtspunkt der Profitmaximierung ausrichten?
Immerhin hat sich gegen die Preiserhöhung wenigstens der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) ausgesprochen. Er lehnt in einem offenen Brief an die Stadtverwaltung die geplanten Fahrpreiserhöhungen generell ab. Der öffentliche Nahverkehr dürfe nicht nur nach rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden. Der Busverkehr habe ökologische Funktionen und trage zu einer Steigerung der Lebensqualität in der Stadt bei. Dies sei auch eine Aufgabe der Stadtverwaltung und nicht allein die der Stadtwerke. Folglich müsse die Stadt mit ihrem Haushalt für die Verluste aufkommen. Zumal, so möchte man hinzufügen, die Stadt jedes Jahr Millionen an Konzessionsabgabe von den Werken kassiert, dieses Jahr sollen es sieben Mio. DM werden.
Bedauerlicherweise gibt es im Gemeinderat keine Fraktion, die sich diesen Argumenten angeschlossen hat. Die „Neue Linie“ will allerdings die Preise nur für Einzelfahrten erhöht wissen, die CDU forderte, Mehrfahrtenkarten für Kinder und Zeitkarten nicht zu verteuern. Die Freie Grüne Liste plädiert für eine „große Preiserhöhung“ im Mai, wenn der Tarifverbund Realität geworden ist.
Vorläufiges Ergebnis der Diskussion im Werksausschuß: eine interfraktionelle Arbeitsgruppe wurde eingerichtet, die laut Hansen noch vor den Haushaltsberatungen eine Lösung präsentieren Soll. — (jüg)