Heft 23 vom 10.11.1994 6/23 scan 2026-07-31

Solidaritätsbrücke nach Bosnien

Städtepartnerschaft


Städtepartnerschaft

Solidaritätsbrücke nach Bosnien

Kommunale Außenpolitik hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen ... Beginnend mit den deutsch-französischen Städtepartnerschaften haben die Städte und Gemeinden eine Vielzahl von internationalen Kontakten entwickelt von weiteren Partnerschaften nach Osteuropa, Israel und den USA, die vor allem vom Willen nach Aussöhnung nach dem Weltkrieg und der Verarbeitung der deutschen Geschichte geprägt waren, über internationale Hilfe in die sog. „Dritte Welt“ und Osteuropa bis hin zur Mobilisierung für Abrüstung und Friedenspolitik vor Ort und eine ökologisch verträgliche Lebensweise im Norden ... Auf Ebene der Länder und Regionen haben diese Entwicklungen eine Entsprechung in der Landesentwicklungspolitik und der interregionalen Kooperation gefunden. Staatliche Institutionen haben sich die Anregung und Unterstützung dieser Kontakte zur Aufgabe gemacht. Die erleichterten Kommunikations- und Reisemöglichkeiten haben die Erfahrung fremder Lebenswelten und das Gefühl einer globalen Verantwortung bei vielen Menschen zu einer Selbstverständlichkeit werden lassen.

Der Krieg im ehemaligen Jugoslawien und die Flüchtlinge aus Bosnien in unseren Gemeinden verdeutlichen den Spannungsbogen von kommunaler und außenpolitischer Verantwortung — eine Solidaritätsbrücke mit Bosnien wäre eine Antwort auf diese lokale als auch internationale Herausforderung.

Um das multikulturelle Zusammenleben gleichberechtigter Bürgerinnen in Bosnien-Herzegowina und ganz Europa zu ermöglichen und zu fördern, schlagen wir vor, daß Städte und Gemeinden in unserem Land Partnerschaften bzw. Freundschaften mit Gemeinden und Städten in Bosnien eingehen, und damit eine Solidaritätsbrücke zu den Menschen im Kriegsgebiet bauen. Dies soll zu einer konkreten und überschaubaren Verantwortlichkeit führen, um das Überleben der Menschen zu sichern und den Krieg beenden zu helfen.

Eine mögliche Städtepartnerschaft soll keine aufwendig bürokratisch abgesegnete Prozedur sein, sondern eine Brücke der Solidarität, die von vielen gesellschaftlichen Gruppen wie Kirchen, Schulen, Universitäten, Vereinen etc. geschlagen werden kann, um den Menschen konkret Hilfe zur Überwindung des Krieges und dem Wiederaufbau zu geben. (Gesellschaft Kultur des Friedens)

Linksrhein ist ein Dienst von Christof Mainberger in Konstanz und erhebt keine personenbezogenen Daten.