Wann wird der Geldhahn zugedreht?
Rechtes Studienzentrum Weikersheim
Wann wird der Geldhahn zugedreht?
Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion in Stuttgart hat Anfang November gefordert, dem von Filbinger geleiteten Studienzentrum die Landeszuschüsse zu entziehen, da dort rechtsgerichtete Veranstaltungen durchgeführt würden. Das Wissenschaftsministerium erklärte, man prüfe derzeit, ob die Ende September durchgeführten Weikersheimer Hochschulwochen die Förderkriterien erfüllten: Wissenschaftlichkeit und 40 % internationale Teilnehmer. Die in Aussicht gestellten 32 000 DM seien noch nicht ausgezahlt worden. Filbinger erklärte dagegen, „es gebe nicht die geringsten Anhaltspunkte", an dem von den Förderrichtlinien vorausgesetzten Charakter der Hochschulwochen zu zweifeln („Mannheimer Morgen", 8.11.94). Das Antifaschistische INFO-Blatt Nr. I 28schreibt dazu:
Die vergangenen Tagungen des Studienzentrum Weikersheim waren jeweils Garanten für politischen Sprengstoff, weil sie explizit die führenden Köpfe der europäischen „Neuen Rechten“, wie Michael Walter, Karlheinz Weißmann und Hans-Dietrich Sander als Referenten einluden. (.. .) So durfte die 3. Weikersheimer Hochschulwoche vom 25.—30. Sept. 1994 in ihrem Programm nicht nachstehen. Offen gesponsert mit Mitteln des Hauses DaimlerBenz, lautete der Titel diesmal: „Der geistige und politische Brückenschlag zwischen West- und Osteuropa“. Mathias Kleinert, Mitglied des Direktoriums von Daimler, führte so auch in den 1. Studienabschnitt „Die geopolitische Ä Mittellage Deutschlands in Politik, r Wirtschaft und Geist“ ein. Der Rest, der dann in Seminarabschnitten eine Woche lang folgte, war ein Sammelsurium alter Bekannter aus dem Braunzonenspektrum. Klaus Hornung, Professor der Uni Hohenheim, dessen Texte u.a. von „Schutzbund für das Deutsche Volk“ vertrieben und in „Nation Europa“ vor den „Nachrichten von der Überfremdungsfront“ platziert werden, widmete sich der Geopolitik. Hans-Helmut Knütter (Uni Bonn) mit seinem Anti-Antifaschismus darf natürlich nicht fehlen. Siegmar Faust, gern gesehener Interviewpartner der nationalrevolutionären Zeitschrift „wir selbst“ und Mitglied der Paneuropa-Union, widmet sein Thema der totalitären Verführung. Brigadegenaral a.D. Heinz Karst, der die Zukunftsperspektive aus militärischer Sicht darstellte, ist zusammen mit Klaus Hornung Mitglied im Präsidium des „Studienzentrum Weikersheim“.