Heft 3 vom 02.02.1995 7/03 scan 2026-08-01

„Unsere Konten brauchen den Aufschwung!“

Bosch-Vertrauensleute


Bosch-Vertrauensleute

„Unsere Konten brauchen den Aufschwung!“

Die Vollversammlung der IG-Metall-Vertrauensleute bei Bosch am Standort Feuerbach hat am Samstag, den 28. Januar 1995, mit großer Empörung die Äußerungen der Konzernspitze zur Vernichtung von Arbeitsplätzen im Jahr 1995 zur Kenntnis genommen. Die IG-Metall-Vertrauensleute haben angesichts der Rekordproduktionen am Standort Feuerbach und des hohen Überstundenvolumens gefordert: Wir brauchen den Aufbau von Arbeitsplätzen anstelle von Überstunden!

Die Überstunden sollen sofort zurückgefahren werden, um Arbeitsplätze zu schaffen. Allein im November 1994 sind im Werk Feuerbach sind über 30000 Überstunden gefahren worden. Das entspricht über 200 Arbeitsplätzen. Die Vertrauensleute stellen zur laufenden Tarifauseinandersetzung weiterhin fest:

1. Für uns bleibt es beim gültigen Recht: Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit wird auf die Werktage Montag bis Freitag und nicht auf Montag bis Samstag verteilt.

2. In der jetzigen Tarifrunde geht es nur um die Erhöhung von Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen und nicht um Neuverhandlung des Manteltarifvertrages oder anderer Tarifverträge.

3. Die 35-Stunden-Woche muß wie vereinbart ab 1. Oktober 1995 eingeführt werden.

4. Die Laufzeit darf zwölf Monate nicht überschreiten. Wir brauchen eine wirkliche Erhöhung der Löhne und Gehälter um sechs Prozent bei Pauschalbeträgen von 280 DM monatlich für möglichst mehrere Monate.

5. Die Firma Bosch wird aufgefordert, die Kürzung der Schichtzulagen ab 1.1.1995 um 1,5 Prozent zurückzunehmen.

Die Verzögerungstaktik der Arbeitgeber in der laufenden Tarifauseinandersetzung lehnen wir ab. Die Vertrauensleute sind sich einig: Unsere Konten brauchen auch den wirtschaftlichen Aufschwung!

Gerhard Sautter, Betriebsratsvorsitzender und Werner Neuffer, Vorsitzender des Vertrauenskörpers Stuttgart, 2&1.199S

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