Heft 5 vom 02.03.1995 7/05 scan 2026-08-01

Für Freilassung wo Qsmail Bahcem

Informationszentrum für Freie Völker


Informationszentrum für Freie Völker

Für Freilassung wo Qsmail Bahcem

Zur Zeit befindet sich eine Delegation in der Türkei, um Informationen über das Schicksal von Ismail Bahceci in Erfahrung zu bringen. Wie berichtet, wurde der Student nach Augenzeugenberichten am 24.12.1994 von Zivilpolizisten in ein Auto gezerrt und gilt seitdem als verschwunden. Die Polizeibehörden dementieren beharrlich die Festnahme. Sein Verschwindenlassen rief viele Reaktionen im In- und Ausland hervor.

Am 15. Januar fand eine Demonstration in Istanbul statt. Zu dieser Demonstration hatte ein Komitee gegen das Verschwindenlassen von Festgenommenen aufgerufen. Teilnehmer waren unter anderem die Plattform für Rechte und Freiheiten. Die Teilnehmer trugen Bilder von „Verschwundenen“ und getöteten Revolutionären. Als die Polizei den Demonstrationszug angriff, setzten sich die Teilnehmer mit Steinen zur Wehr. 17 Personen wurden festgenommen. Später formierte sich die Demonstration erneut und hielt vor dem CHP Parteigebäude in Kadiköy eine Presseerklärung mit der Forderung „Wir wollen Ismail Bahceci lebend zurück!“ Am darauffolgenden Tag wurden alle Festgenommenen freigelassen.

Es fanden Podiumsdiskussionen statt, Gefangene aus den Gefängnissen in Yozkat und Amasya gaben Erklärungen ab und auch im Ausland wurde gegen die Politik des Verschwindenlassens protestiert. In Athen wurde mit einer Kundgebung und Demonstration am 13. Januar zum türkischen Konsulat die Freilassung von Ismail Bahceci gefordert. Der griechische Abgeordnete Mihalis Papayannakis stellte im Europaparlament eine Anfrage über den Verbleib von I. Bahceci.

Das Informationszentrum für freie Völker in Griechenland, Holland und Österreich organisierte eine Delegation zur Aufklärung über das Schicksal von I. Bahceci. Zur Zeit befinden sich auf Einladung der Plattform für Rechte und Freiheiten in der Türkei, die in einem dringenden Aufruf an die Sensibilität der internationalen Öffentlichkeit appelliert hatte, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Journalisten und Redakteure aus Holland, Griechenland sowie Österreich in der Türkei.

Protestfaxe an: Justizminister der Türkei:

0090-312-4173954

Innenministerium der Türkei:

0090-3124214164.

— (Quelle: Nachrichtenbulletin Türkei und Kurdistan vom 13.2.95)

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